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Fyzikové - Die Physiker

Fyzikove"In einem Irrenhaus geschieht zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten ein Mord. Ein verrückter Physiker, der sich für Einstein hält, hat eine der Schwestern erwürgt. Der zuständige Polizeiinspektor ist außer sich, da auch ein zweiter in der Anstalt einsitzender Physiker, der seinerseits glaubt, Newton zu sein, bereits einen ganz ähnlichen Mord begangen hat..." Wollen Sie wissen, wie es weitergeht? Dann kommen Sie nach Pardubice!

Die Berufsschule für Elektrotechnik in Pardubice und JUKON laden Sie zur Premiere der Komödie „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt ein. 

Wann? 4. März 2018, 17 Uhr
Wo? Historischer Saal ESD, Pernštýnské nám. Pardubice

Jugendseminar in Komotau

Jugendseminar in KomotauVom 1. bis 3. Dezember veranstaltete die Jugendorganisation Jukon im Komotauer (Chomutov) Begegnungszentrum den bereits dritten Jahrgang ihrer Workshop-Reihe zu Zeitzeugengesprächen mit der „Oral History“-Methode. Lucie Kavanová, Redakteurin der Wochenzeitschrift Respekt, zeigte Schülern des Komotauer Gymnasiums an drei Tagen die Grundlagen für ein Interview mit Zeitzeugen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der gründlichen Vorbereitung, der Aufnahme und Verarbeitung des Rohmaterials. Zudem gab es beim Workshop Tipps zur Veröffentlichung und Verbreitung des Interviews für ein möglichst großes Publikum. Die zehn teilnehmenden Gymnasiasten hatten die Gelegenheit, das Gelernte sogleich auszuprobieren – Fragen zu formulieren, ein Interview zu strukturieren und eine kurze Beschreibung ihrer Textidee für Medien zu schreiben, die möglicherweise an einer Veröffentlichung interessiert sein könnten . Der Höhepunkt des Seminars war aber ein gemeinsames Zeitzeugengespräch, das die Schüler unter Anleitung von Lucie Kavanová mit der Leiterin des Komotauer Begegnungszentrums, Ema Laubrová, führten. Mit ihnen teilte Frau Laubrová Erinnerungen an ihre Kindheit in Tschernowitz (Černovice), an Ereignisse der Kriegs- und Nachkriegszeit, sowie an das Zusammenleben von Tschechen und Deutschen in Komotau und Umgebung. Die Schüler, von denen viele Deutsch lernen, freuten sich besonders über ein paar Sätze in der regionaltypischen deutschen Mundart.

Viele neue Erfahrungen

„Mich interessiert Journalismus sehr und ich freue mich, dass ich hier etwas darüber lernen konnte, wie man am besten einem Zeitzeugen Fragen stellen kann. Und ich freue mich darauf, das selbst ausprobieren zu können“, bewertete Sofie Kotorová, Schülerin der ersten Gymnasialstufe, das Seminar. Marek Běloušek, der bereits die dritte Gymnasialstufe besucht, nahm dagegen hauptsächlich wegen seines Interesses an der Geschichte der Komotauer Deutschen am Workshop teil. „Ich wollte mehr darüber erfahren, wie es hier vor und nach dem Krieg aussah“, sagte er. „Ganz neu waren für mich die Ratschläge, wie man ein Interview führt. So etwas habe ich noch nie gemacht.“ Den persönlichen Blick auf die Geschichte einer Region, die sie selbst gut kennt, schätzte auch Jana Hlavová. „Ich bin sehr froh, dass ich die Geschichte der beiden Onkel von Frau Laubrová, deren Leben vom Krieg so stark beeinflusst wurde, hören durfte.“ Viele der Schüler fanden Inspiration im Gehörten. „Frau Laubrová hat sich trotz vieler unangenehmer Erfahrungen eine positive Lebenseinstellung bewahrt, das bewundere ich“, ergänzte Tereza Dvořáčková, die nächstes Jahr ihr Abitur macht.

Die Schüler erzählten übereinstimmend, dass sie nur selten die Chance zur Teilnahme an außerschulischen Workshops dieser Art haben. Umso mehr Spaß hatten sie an diesem Projekt. Außerdem gefiel ihnen auch die Möglichkeit, Schüler anderer Jahrgänge bei einem gemeinsamen Workshop kennenzulernen.

Das Gespräch mit Ema Laubrová filmte der Kameramann Milan Bureš. Die professionell geschnittene und aufgearbeitete Version der Aufnahmen wird in Kürze auf den Internetseiten der Landesversammlung und des LandesEchos zu sehen sein. Für die Langzeitmotivation sorgt zusätzlich ein an den Workshop geknüpfter Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer selbst mit der „Oral History“-Methode arbeiten sollen. Der beste Beitrag erscheint nach der Auswertung der Einsendungen im LandesEcho.

Dieser Artikel erschien im LandesEcho 12/2017.

Jukon 2.0

Jugendforum2017Seit fast achtzehn Jahren gibt es nun schon „Jukon“, die Jugendorganisation der Landesversammlung. Als landesweit tätige Anlaufstelle für Projekte, die besonders die jüngeren Generationen ansprechen, hat sich die „Jugend-Kontakt- Organisation“ in dieser Zeit als verlässlicher Partner für lokale und überregionale Institutionen erwiesen.

Von Anfang an war es für die Jukon ein wichtiges Ziel, nicht nur die Jugend der deutschen Minderheit zu verbinden, sondern auch mit vielfältigen Aktionen Interesse zu wecken, sei es bei der  Mehrheitsbevölkerung oder anderen Minderheiten.

Besonders am Gründungsort Pardubitz (Pardubice) konnten so viele Projekte realisiert werden. Der Wettbewerb „Rabe Ralph“ zieht jedes Jahr Gesangs- und Rezitationstalente aus dem ganzen Land nach Ostböhmen. Mittlerweile mussten wegen des großen Andrangs sogar die Bewerbe auf zwei Säle mit zwei Jurys aufgeteilt werden. Neben deutschsprachigen Beiträgen gibt es hier auch Lieder, Gedichte und kurze Theaterstücke auf Englisch.

Neustart

Den Erfolgen standen aber strukturelle Probleme gegenüber. Die Minderheit ist weit über das Land verstreut und so sind gemeinsame Aktionen der Jukon-Mitglieder aus mehreren Regionen schwierig zu organisieren. Neue, gut vernetzte und aktive Mitstreiter durch punktuelle Aktionen zu finden,  schien auch wegen der vielen schulischen und außerschulischen Verpflichtungen der Jugendlichen fast aussichtslos.

Um nun eine neue Basis für Jukon zu schaffen, lud die Landesversammlung aktuelle Mitglieder und neue Interessierte Anfang Juni zu einer Jugendkonferenz nach Prag ein. Mitten in der Hauptstadt wurde gemeinsam ein neuer Aufbruch gewagt, der bald schon erste Früchte tragen soll. Zunächst aber wurde den Anwesenden das aktuelle Spektrum der Jukon-Arbeit vorgestellt.

Das übernahm Martin Dzingel, Präsident der Landesversammlung und Jukon-Gründungsmitglied. Dabei erklärte er auch den Wunsch nach Ausweitung der Kooperation mit anderen Organisationen und einzelnen Engagierten im In- und Ausland. Auch deshalb waren nicht nur Jukon-Mitglieder anwesend, sondern auch Gäste.

Öffnung

Bevor über die Festlegung neuer Wege abgestimmt werden konnte, wurde jedoch von neuen und alten Mitgliedern erst einmal Monika Manethová, Jugendbeauftragte und Vorstandsmitglied der Landesversammlung, einstimmig zur neuen Jukon-Vorsitzenden gewählt. Sie übernimmt damit die Aufgaben von Jan Kopřiva, der nach mehreren Jahren an der Spitze wegen familiärer und beruflicher Verpflichtungen zurücktrat.

Die anschließende gemeinsame Arbeit an der Ausformulierung der neuen Statuten, die auch durch die Änderungen am Bürgerlichen Gesetzbuch notwendig geworden waren, verschaffte den Anwesenden einen guten Einblick in die Ziele des Jugendverbandes. Gleichzeitig konnte auch eine Ausweitung des ursprünglichen Jukon-Gedankens festgehalten werden. Die Öffnung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft, die bereits in den Projekten Ausdruck findet, ist nun auch offizieller Bestandteil der Satzung.

Auf die Arbeit folgte das Vergnügen und so ging es zusammen am ersten Abend zu einem Jazz- Konzert. Dabei gab es auch Gelegenheit für ein informelles Kennenlernen in angenehmer Atmosphäre. Ausgetauscht wurden dabei nicht nur Eindrücke des Tages, sondern auch Erfahrungen mit Kulturprojekten.

Erfahrungsaustausch

Daran schloss das Programm des zweiten Tages der Jugendkonferenz an. Die Teilnehmer stellten ihre persönlichen Erfahrungen mit Mittlerorganisationen und Jugendpartizipationsangeboten vor. Ob nun die Jugendbetreuer-Ausbildung bei der Akademie für junge Freiwillige „you.pa“, die Deutschlernkampagne „šprechtíme“, dasDeutsch-Tschechische Jugendforum oder die  Weiterbildungsangebote des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), die Angebotspalette ist breit.

Dieser Überblick mit Erfahrungsberichten aus erster Hand war darum auch ein wichtiger Wegweiser für die zukünftigen Aktivitäten und möglichen Netzwerke. Um den Aufbau von internationaler Zusammenarbeit voranzutreiben, war auch Bartosz Świerczyński von der Jugendorganisation der deutschen Minderheit in Polen nach Prag gekommen. Er stellte die vielen regelmäßigen Veranstaltungen des BJDM (Bund der Jugend der Deutschen Minderheit) vor. Weitere Treffen zum grenzübergreifenden Erfahrungsaustausch wurden bereits vereinbart und gemeinsame Projekte angestoßen.

Das nächste große Jugendprojekt, das vierte internationale Sommercamp, das diesmal in den Masuren stattfindet, ist für die Jugendlichen der deutschen Minderheiten aus ganz Mittel- und Osteuropa mittlerweile ein fester Bestandteil der Jahresplanung. Auch aus Tschechien sind wieder Teilnehmer dabei. Die Vernetzung über Landesgrenzen hinweg läuft also bereits auf Hochtouren. Es ist wird nun eine der neuen Jukon-Aufgaben sein, diese Kooperation nachhaltig zu gestalten. Mit dem Jugendforum konnte dafür in Prag der Grundstein gelegt werden.

 

 

Dieser Artikel erschien im LandesEcho 6/2017.

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